Ich ging in einen Kosmetikladen, und die Verkäuferin sagte kein Wort. Doch nach dem Bezahlen lag in der kleinen Tüte eine Handvoll Proben. Ein ausländischer Student hat gefragt. „Lehrer, das ist angeblich ‚Service‘. Was bedeutet ‚Service‘? Ist das umsonst?“ Lasst uns die Tüte aufmachen und einen Blick hineinwerfen, Stück für Stück. ## Was ist in der Tüte? Darin sind Cremes, Essenzen und Tuchmasken in kleinen Beuteln. Oft sind auch Proben von neu erschienenen Produkten dabei. In Korea bedeutet „Service“ so viel wie „gibt's gratis dazu“. Weil die Bedeutung nicht dem englischen Wort service entspricht, kann das anfangs verwirrend sein. ## Warum sprechen sie einen nicht an? Koreanische Kosmetikläden lassen die Kunden allein. Viele Kunden empfinden es nämlich als aufdringlich, wenn eine Verkäuferin oder ein Verkäufer neben ihnen ständig redet. Stattdessen stehen im Laden Tester, damit die Kunden die Produkte selbst ausprobieren können. Wenn man neugierig ist, kann man einfach jemanden vom Personal rufen. Dass sie nichts sagen, ist keine Kälte, sondern eine rücksichtsvolle Geste, die bedeutet: „Schauen Sie sich in Ruhe um.“ ## Warum legt man Proben bei? Es gibt zwei Gründe. Der erste ist „Jeong (情)“. So wie man auf dem Markt beim Kauf von Sojasprossen eine Handvoll extra obendrauf bekommt, teilen Koreaner auch beim Kaufen und Verkaufen von Waren ihr Herz als kleine Zugabe. Der zweite ist Marketing. Ob eine Kosmetik zur eigenen Haut passt, weiß man erst, wenn man sie ausprobiert. Wenn dir die Probe gefällt, kaufst du beim nächsten Mal das große Produkt. Hier ist ein Tipp, den du sofort ausprobieren kannst. Trag eine Probe, die du zum ersten Mal benutzt, zuerst an der Innenseite des Arms auf. Wenn du mehr haben möchtest, frag an der Kasse mit einem Lächeln: „Haben Sie noch andere Proben?“ Frag einfach nach. Es ist nicht schlimm, wenn sie Nein sagen.