Ein ausländischer Student hat gefragt. „Lehrer, mein Freund hat ‚됐어요‘ gesagt – heißt das, er möchte essen, oder er möchte nicht?“ Koreaner verwechseln diesen Ausdruck kaum, deshalb war auch ich einen Moment lang um eine Antwort verlegen. ## Früher war Ablehnen höflich Früher wirkte es gierig, wenn man auf das Angebot eines Älteren, etwas zu essen, sofort „Ja, bitte“ sagte. Deshalb lehnte man zuerst ab und sagte: „Nein, nein, 됐어요.“ Auch die Person, die etwas anbot, fragte noch zwei- oder dreimal nach. Worte, die wie eine Ablehnung klangen, bedeuteten manchmal in Wirklichkeit: „Bieten Sie es mir noch einmal an.“ ## Heute sagt man es deutlich Heutzutage fragen viele nur einmal und antworten klar mit „Ja“ oder „Nein“. Trotzdem blieb „됐어요“ unverändert bestehen. Dieser Ausdruck stammt aus der Bedeutung „Es ist erledigt, es reicht“. Deshalb kann es „Jetzt reicht es (gut)“ bedeuten, aber auch „Ich brauche es nicht mehr (nein danke)“. ## So unterscheidet man es - Sagt man sanft „Ah, 됐어요~“, ist es eine Ablehnung im Sinne von „Schon gut, die Geste zählt für mich“. - Kurz und tief gesprochen, „됐어요.“ klingt es, als wäre man wütend oder wolle, dass der andere aufhört. - Nach getaner Arbeit ist „됐어요, 가도 돼요“ eine Zustimmung. Für Ausländer ist das ein etwas riskanter Ausdruck. Zum Ablehnen sagt man „Nein danke, es geht schon“, und zum Annehmen „Ja, gern“. Wenn Sie nicht sicher sind, was Ihr Gegenüber mit „Reicht schon“ meint, fragen Sie lächelnd: „Dann soll ich nichts geben?“ und fragen Sie noch einmal nach. Koreaner empfinden diese Frage überhaupt nicht als unhöflich.