Ein ausländischer Freund fragte mich, als er den Vertrag ansah. „Es gibt keine Monatsmiete – warum schließt der Vermieter diesen Vertrag dann ab?“ In Korea gibt es einen Vertrag namens Jeonse. Auf einer einzigen Seite des Vertrags steht eine sehr große Zahl. ## Die große Zahl im Vertrag Bei Jeonse zahlt man keine monatliche Miete. Dafür hinterlegst du einen großen Teil des Hauspreises als Kaution beim Vermieter. Wenn du nach etwa zwei Jahren auszieht, bekommst du dieses Geld unverändert zurück. Der Preis fürs Mieten ist also nicht „das Geld selbst“, sondern „das Hinterlegen des Geldes“. ## Warum macht der Vermieter keinen Verlust? Der Vermieter kann die große Summe, die er verwahrt, bei der Bank anlegen und Zinsen bekommen. Er kann sie auch verwenden, um ein weiteres Haus zu kaufen. Diese Zinsen und Anlagegewinne ersetzen die Monatsmiete. Früher waren die Bankzinsen hoch und die Immobilienpreise stiegen oft, deshalb war es ein guter Vertrag für beide Seiten. Denn der Mieter hatte keine monatlichen Ausgaben, und der Vermieter konnte eine große Summe anlegen. Heutzutage, wo sich die Zinsen ändern, entscheiden sich auch viele für die Monatsmiete. ## Das muss unbedingt eingehalten werden Wenn der Vermieter das Geld nicht am vereinbarten Tag zurückgeben kann, ist das ein großes Problem. Deshalb melden Sie sich am Tag des Umzugs gleich im Bürgerzentrum an und lassen sich im Vertrag das feste Datum bestätigen. Es gibt auch eine Kautionsversicherung, die Ihre Kaution schützt. Die Bedingungen können sich ändern, also prüfen Sie sie unbedingt bei der Wohnungs- und Stadtgarantiegesellschaft oder im nächstgelegenen Bürgerzentrum.