An einem Wochenendmorgen stieg ich auf den Hausberg hinter unserem Viertel, und ein ausländischer Student fragte mich etwas. „Warum stehen diese Leute mit lauter großen Wasserkanistern in einer Reihe und warten?“ Dabei gibt es zu Hause Leitungswasser und im Convenience-Store auch Wasser in Flaschen. ## So läuft es an der Quelle ab Eine Bergquelle ist ein Ort in den Bergen, an dem Quellwasser hervorsprudelt. Man geht mit seinem Kanister hin und stellt sich der Reihe nach an. Wenn die Person vor einem alle Behälter gefüllt hat, füllt die nächste ihre. Eine Person füllt mehrere Behälter, deshalb wirkt die Schlange lang. Es ist gut, die Behälter vorher gründlich auszuwaschen. Es gibt etwas, das man sich vor dem Hingehen unbedingt ansehen sollte. Auf der Infotafel neben der Quelle hängen die Ergebnisse der Wasserqualitätsprüfung. Achten Sie darauf, ob dort „geeignet“ oder „nicht geeignet“ steht und wann die Prüfung stattfand. Wenn „nicht zum Trinken geeignet“ darauf steht, trinkt es nicht. Ihr könnt es auch auf der Website des Bezirksamts oder des Rathauses eures Viertels nachsehen. ## Warum holt man Bergwasser? Der erste Grund ist der Geschmack. Ältere Menschen sagen, Bergwasser sei kalt und weich. Sie glauben, dass Reis und Tee, mit diesem Wasser gekocht, anders schmecken. Das Zweite ist das Vertrauen in die Gesundheit. In Korea nennt man Wasser, das gut für den Körper ist, schon seit langem „Yaksu“ (Heilwasser). Auch der Name „Yaksuteo“ stammt daher. Das Dritte sind Gewohnheit und Begegnung. Morgens steigt man auf den Berg, holt Wasser und grüßt die Nachbarn. So beginnt der Tag mit Bewegung und Plaudern zugleich. Allerdings sind die Bedingungen an den einzelnen Quellen sehr unterschiedlich. Manche sind wegen durchgefallener Kontrollen geschlossen worden, andere werden sauber gepflegt. Denk also nicht „Es ist Bergwasser, also ist es sicher“, sondern lies zuerst die Hinweistafel. Die Stammgäste machen das auch so.