Hast du schon mal beruhigt bestellt, weil auf der Speisekarte groß "vegetarisch" stand, und dann beim ersten Löffel Brühe plötzlich einen starken Sardellengeruch wahrgenommen? Du hast dich nicht geirrt. Es wurde wirklich kein Fleisch hineingetan. ## Die wahre Bedeutung von "ohne Fleisch" In Korea bedeutet "vegetarisch" oder "ohne Fleisch" meistens nur, dass "keine Fleischstücke enthalten sind". Das ist kein Versprechen, dass auch Brühe, Gewürze und sogar fermentierte Meeresfrüchte weggelassen wurden. Schon allein dieses Prinzip zu kennen, reduziert Fehlgriffe enorm. ## Orte, an denen die Regel nicht gilt - Suppen: Da die Grundbrühe meist aus Sardellen, Kelp oder Rinderknochen gekocht wird, stecken auch in Suppen, die nur Gemüse zeigen, oft Sardellen. - Kimchi und Namul (gewürztes Gemüse): Sie werden mit gesalzenen Garnelen oder Sardellenfischsauce gewürzt. Nur weil es sich um eine rote Gemüsebeilage handelt, ist das keine Ausnahme. - Ssamjang und Gochujang: Viele Produkte enthalten eine Mischung aus fermentiertem Fisch, sodass selbst „Gemüse-Bibimbap" nicht unbedingt sicher ist. Das liegt daran, dass sich die koreanische Küche lange Zeit vor allem um Suppengerichte und fermentierte Speisen entwickelt hat und ihren Umami-Geschmack statt von Fleisch von Sardellenbrühe und gesalzenen Meeresfrüchten bezog. Man denkt zwar daran, Fleisch wegzulassen, betrachtet gesalzene Meeresfrüchte aber nicht als „Fleisch". ## So gefragt, ist es eindeutig Statt „Sind Sie Vegetarier?" zu fragen, sagen Sie lieber konkret: „Bitte lassen Sie Fleisch, Fisch und gesalzene Meeresfrüchte weg." Wenn Sie wirklich sicher essen möchten, suchen Sie sich ein Tempelküchen-Restaurant. Dort ist es echte, wortwörtliche vegetarische Kost, bei der sogar die fünf scharfen Gemüsesorten weggelassen werden.