Haben Sie schon einmal beim Spaziergang auf dem Weg entlang der Festungsmauer an einer Gassenwand ein Schild mit der Aufschrift „Hier wohnen Menschen“ gesehen? Wenn man dachte, es sei eine Touristenattraktion, kann es verwirren, wenn man gebeten wird, leise zu sein. ## Dieselbe Gasse, der Nachmittag zweier Menschen Ein ausländischer Freund ging zum Fotografieren in das Dorf neben der Festungsmauer. Beim Anblick der hübschen Gassen und alten Häuser dachte er: „Das ist die Sehenswürdigkeit des Tages!“ und lief begeistert los. Zur selben Zeit wollte die Großmutter, die in dieser Gasse wohnt, gerade ein Mittagsschläfchen halten. Vor ihrem Tor war ununterbrochen Lachen und Plaudern zu hören. Mein Freund hat sich nur umgesehen, und die Großmutter war nur zu Hause. Beide haben nichts falsch gemacht. ## Warum wurde ein Hinweis aufgehängt? Dieses Viertel ist ein Wohngebiet, in dem schon seit langer Zeit Menschen leben. Die Gassen sind schmal und die Häuser stehen dicht an dicht, daher dringen Geräusche aus der Gasse direkt bis in die Zimmer. Die Wände und Türen der Hanok sind eher dünn, deshalb ist das hier noch stärker der Fall. Doch seit der Ort als Fotospot bekannt wurde, ist die Zahl der Touristen plötzlich gestiegen. Die Anwohner reichten beim Bezirksamt immer wieder Lärmbeschwerden ein, und deshalb tauchten nach und nach Hinweisschilder auf. Diese Schilder bedeuten eher „Bedenkt bitte, dass dies direkt vor unseren Häusern ist“ als „Kommt nicht“. ## So gelingt der Spaziergang In den Gassen sprechen wir leise. Das Innere von offenen Toren oder Fenstern wird nicht fotografiert. Besuchszeiten und Hinweise unterscheiden sich von Viertel zu Viertel und können sich ändern, also erkundigt euch vor dem Besuch beim zuständigen Bezirksamt oder bei der Touristeninformation vor Ort. So können sowohl die Spaziergänger als auch die Bewohner einen entspannten Herbstnachmittag verbringen.