Ein ausländischer Freund hat zum ersten Mal Brathähnchen liefern lassen und war überrascht. Als er den Karton öffnete, lagen neben dem Frittierten nämlich weiße, eckige Stücke. „Ist das ein Dessert?“ fragte er. Das ist Chikin-mu, eingelegter Rettich. Koreaner essen das dazu, auch wenn es niemand bestellt. ## Die Regel, die niemand aufgeschrieben hat Kaum ein Lokal schreibt „inklusive Rettich“ auf die Speisekarte. Trotzdem kommt der Rettich immer mit, wenn man Brathähnchen bestellt. Koreaner essen abwechselnd einen Bissen Hähnchen und ein Stück Rettich. Wenn ein Lokal den Rettich vergisst, rufen Gäste oft sofort an und fragen nach. Denn wenn man nur Hähnchen isst, wird es einem schnell zu fettig. ## Neben Fettigem gehört etwas Saures Frittiertes ist fettig. Süß-saurer, knackiger Rettich spült das Fett aus dem Mund. Dann schmeckt auch der nächste Bissen so gut wie der erste. Auf koreanischen Tischen gibt es viele solcher Paarungen. Zu Jajangmyeon gibt es eingelegten Rettich und Zwiebeln, zu Fleisch Kimchi oder eingelegten Frühlingslauch. Zu fettigem Essen etwas Saures und Knackiges zu stellen, ist eine alte koreanische Gewohnheit. Wer allerdings als Erster Rettich zum Brathähnchen gereicht hat, ist nicht sicher. Man weiß nur, dass er sich etabliert hat, weil er als Gaumenreiniger so gut passt. ## Gleich ausprobieren Wenn du über eine Lieferapp bestellst, schreib doch einmal „Bitte extra Hühnchen-Rettich“ in das Anmerkungsfeld. Das ist von Restaurant zu Restaurant unterschiedlich, also lies unbedingt die Hinweise in der App. Wenn Rettich übrig bleibt, schmeckt er auch gut zu Ramen oder Fleisch.