Am Eingang eines Berges im Herbst fragte mich ein ausländischer Student. „Wir gehen die Herbstblätter ansehen, warum heißt das ‚Danpung-nori‘? Das ist doch kein Spielplatz.“ Herbstlaub schaut man sich an, da ist es verständlich, dass „Nori“ (Spiel) seltsam klingt. ## Die Antwort ist die Picknickdecke in der Tasche Wenn man die Taschen der Leute öffnet, die zur Laubfärbung wandern, findet man eine Picknickdecke. Eine Thermoskanne mit Gimbap, Mandarinen und heißem Tee habe ich auch dabei. Wir wollen nicht nur die Bäume anschauen. Wir wollen eine Decke ausbreiten, uns hinsetzen, essen, plaudern und uns ausruhen. Für Koreaner ist das Herbstlaub keine Sehenswürdigkeit, bei der man ein Foto macht und fertig ist, sondern etwas, womit man gemeinsam den Tag verbringt. ## „놀이“ ist ein Wort für gemeinsames Tun An Ausflüge, bei denen man die Jahreszeit genießt, wie 꽃놀이 (Blumenschau) oder 물놀이 (Wasserspaß), hängt man oft „놀이“ an. Deshalb steckt in „Lass uns einen Herbstlaub-Ausflug machen“ mehr das Gefühl von „Lass uns zusammen einen Tag verbringen“ als in „Lass uns das Herbstlaub ansehen“. Das sagt man normalerweise zu Familie, Freunden oder Kollegen. Für jemanden, der allein unterwegs ist, wird es kaum verwendet. ## Probieren Sie es gleich aus Fragen Sie einen Freund: „Hast du Lust, dieses Wochenende einen Herbstlaub-Ausflug zu machen?“ Fragen Sie ihn einfach. So kommt man ganz von selbst darauf zu sprechen, auf welchen Berg man geht und wer die Brotzeit einpackt. Der Zeitpunkt der Laubfärbung ist jedes Jahr ein bisschen anders. Schau vor dem Aufbruch auf der Website oder in der App des koreanischen Nationalparkdienstes nach. An Herbstwochenenden sind berühmte Berge sehr voll, deshalb ist es besser, früh aufzubrechen. Nimm deinen Müll unbedingt wieder mit.