Im Grillrestaurant legst du Fleisch, Knoblauch und Ssamjang auf ein Salatblatt und fragst dich: „Wie isst man das?“ Hast du dich schon einmal so gefragt und innegehalten? Ein ausländischer Student fragte einmal erstaunt: „Das steckt man alles auf einmal in den Mund?“ Das habe ich erlebt. ## Die Regel: Ssam isst man in einem Bissen Man beißt nicht ab, sondern steckt das ganze Ssam in den Mund. Fleisch, Gemüse und Ssamjang müssen sich im Mund alle auf einmal vermischen, damit es richtig schmeckt. Wenn man abbeißt, kann die Füllung herausfallen, und manchmal bekommt man Ssamjang an die Hand. Legt am Anfang einfach ein Stück Fleisch und nur ein bisschen Ssamjang auf ein Salatblatt. Eine Größe, die gerade so in den Mund passt, ist genau richtig. ## Ausnahme 1: Nicht zu groß machen Auch wenn es ein Happen sein soll, muss man es nicht unbedingt groß einwickeln. Wenn der Bissen so groß ist, dass sich die Wangen wölben, ist er schwer zu essen und sieht auch nicht schön aus. Besonders beim Essen mit Älteren ist es besser, kleine Happen zu wickeln und langsam zu essen. Stark duftendes Gemüse wie Perilla-Blätter schmeckt schon bei geringer Menge intensiv. ## Ausnahme 2: Ein Ssam, den jemand anderes für dich wickelt Das ist die interessanteste Ausnahme. In Korea wickelt man für nahestehende Menschen manchmal auch ein Ssam. Eltern zu ihren Kindern, Freunde zu Freunden: Sie halten einem den Bissen hin und sagen „So, aaah~“. Das ist ein Ausdruck von Jeong (情) und drückt das Gefühl aus: „Iss ordentlich, ich möchte mich um dich kümmern.“ Wenn dir jemand ein Ssam wickelt, isst du es deshalb besser in einem Bissen, statt höflich abzulehnen. Dann freut sich die Person, die es dir gewickelt hat, wirklich sehr.